Kontrollen am Göttinger Waageplatz: Polizei zieht 36 Messer ein

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942 Menschen überprüft, 36 Messer sichergestellt, 52 Platzverweise: Das ist die Bilanz, die die Polizeidirektion Göttingen für den Göttinger Waageplatz und seine Umgebung bis Ende Juni 2026 zieht. Seit April gilt der Bereich als sogenannter gefährlicher Ort. Die Polizei darf dort Menschen ohne konkreten Verdacht kontrollieren, ihre Identität feststellen und sie und ihre Taschen durchsuchen.

Grundlage ist Paragraf 13 des Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes. Danach kann ein Ort so eingestuft werden, wenn dort nach polizeilicher Lageeinschätzung mit schweren Straftaten zu rechnen ist. Jede einzelne Kontrolle werde auf ihre Verhältnismäßigkeit geprüft, betont die Polizeidirektion.

Axt, Baseballschläger, Eisenstange

Neben den 36 Messern fanden die Beamten bei den Kontrollen eine Axt, einen Baseballschläger und eine Eisenstange. Sie sprachen elf Aufenthaltsverbote aus. Aus den anlasslosen Kontrollen ergaben sich 77 Strafverfahren, insgesamt zählt die Polizei in dem Gebiet 246 Verfahren. Hinzu kommen 59 Ordnungswidrigkeitenverfahren, zwei Verstöße gegen das Waffengesetz und 15 gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Der Waageplatz steht nach Polizeiangaben seit Längerem wegen Körperverletzungen und Drogenkriminalität im Fokus. In der Innenstadt seien zuletzt vermehrt Waffen im Spiel gewesen, bei einem Streit auf dem Waageplatz fielen auch Schüsse. Die Stadt Göttingen hatte deshalb im Februar eine Waffenverbotszone rund um den Platz eingerichtet.

Zuletzt nahm die Polizei am 21. Juli bei einer Kontrolle einen 22-Jährigen fest, der bereits früher mit Drogenhandel aufgefallen war. Im beschleunigten Verfahren wurde er am 22. Juli zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. In diesem Zusammenhang verstieß nach Polizeiangaben ein Tatverdächtiger wiederholt gegen ein Aufenthaltsverbot, das Amtsgericht ordnete daraufhin einen mehrtägigen Langzeitgewahrsam an.

Auch Hameln und Hildesheim betroffen

Ähnliche Brennpunkte hat die Polizeidirektion in Hameln am Bahnhof und in Hildesheim am Hauptbahnhof und Marienfriedhof festgelegt. Zusammengenommen stellte die Polizei an den drei Orten 75 Messer sicher, davon fünf in Hameln und 34 in Hildesheim.

Die Polizeidirektion wertet die Kontrollen als Erfolg. Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn spricht von ersten positiven Tendenzen und kündigt an, die Polizei werde an den Brennpunkten präsent bleiben. Zahlen, die einen Rückgang der Straftaten am Waageplatz belegen, nennt die Mitteilung für Göttingen nicht.

Bildquellen

  • Alte Mensa in Göttingen: Dguendel
  • Polizeibeamter – Symbolbild: Symbolbild – Foto: Shutterstock

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