Rund 150 Menschen protestierten am Samstag, 25. Juli, in der Spitze auf dem Göttinger Markt gegen einen Infostand der AfD zum Thema Naturschutz. Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot vor Ort, um beide Seiten zu trennen. Der Einsatz dauerte von 10 bis etwa 15 Uhr.
Nach Darstellung der Polizeiinspektion Göttingen kam es bis zum frühen Nachmittag immer wieder zu Störungen. Demonstrierende sollen die Tische des Standes mehrfach umgekippt haben, andere umringten den Stand so, dass Interessierte teils nicht mehr herankamen.
Die Einsatzleitung rief per Lautsprecher wiederholt zu friedlichem Protest auf und erließ Beschränkungen nach dem Versammlungsgesetz, unter anderem gegen Personen, die zum Stand vordringen wollten. Wer den Anweisungen nicht folgte, wurde weggeschoben. Das war nach erster Bilanz rund 120 Mal nötig.
Angriff mit Flasche, Dauerpfeifen aus nächster Nähe
Am frühen Nachmittag soll ein Gegendemonstrant einen Polizisten vermutlich mit einer PET-Flasche angegriffen haben. Der Beamte ist bis auf Weiteres dienstunfähig. Den Mann hielten Einsatzkräfte fest und stellten seine Personalien fest. Ein anderer Demonstrant soll neben einer Beamtin aus nächster Nähe ununterbrochen auf einer Trillerpfeife gepfiffen haben, sie bekam Ohrenschmerzen. Weil er trotz Aufforderung nicht aufhörte, wurde auch er festgehalten.
Der Einsatzleiter der Polizeiinspektion nannte solche Verhaltensweisen gegen Einsatzkräfte „durch nichts zu rechtfertigen“.
Die Polizei leitete sieben Ermittlungsverfahren ein: eines wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, eines wegen Körperverletzung, vier wegen Beleidigung und eines wegen eines mitgeführten Pfeffersprays. Sieben Protestierende wurden von der Versammlung ausgeschlossen und erhielten Platzverweise. Festnahmen gab es nicht.
Bildquellen
- Alte Mensa in Göttingen: Dguendel
- Streifenwagen: Symbolbild – Foto: Shutterstock
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