Die Gandersheimer Domfestspiele haben ihre 67. Spielzeit mit mehr als 54.000 verkauften Tickets abgeschlossen. Zusammen mit dem Rahmenprogramm dürften nach Einschätzung des Theaters damit erneut rund 60.000 Menschen zwischen Mai und August nach Bad Gandersheim gekommen sein. Die Gandersheimer Domfestspiele gGmbH bezeichnet sich als größtes professionelles Freilichttheater Niedersachsens.
Nach vorläufigen Zahlen lag die Auslastung über alle Produktionen bei rund 81 Prozent, teilte der kaufmännische Geschäftsführer Markus Kuhlmann mit. Die einzelnen Produktionen lagen dabei weit auseinander.
Beatles-Show ausverkauft, Musical bei 60 Prozent
Den größten Zuspruch hatte die Musikproduktion „Come Together – die große Beatles-Show“: Alle 22 Vorstellungen waren komplett ausverkauft. Ebenfalls ausverkauft waren die Studioproduktion „Das Bildnis des Dorian Gray“ nach Oscar Wilde und das Studio-Gastspiel „Pure Piaf“.
Das Broadway-Musical „Hello, Dolly“ und die Kriminalkomödie „Die acht Frauen“ kamen dagegen jeweils auf rund 60 Prozent Auslastung. Das Familienstück „Pinocchio“ war zu etwa 70 Prozent ausgelastet. Trotz aller Förderung trügen vor allem die Ticketeinnahmen zum finanziellen Gelingen einer Spielzeit bei, heißt es in der Bilanz.
Intendant Achim Lenz beschrieb den Sommer vor der Stiftskirche so: Man habe Abend für Abend Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, Sorgen, Hoffnungen, politischen Meinungen und Lebensrealitäten versammelt. Lenz und Kuhlmann dankten dem Team, das trotz mancher Herausforderungen und kurzfristiger Widrigkeiten einen herausragenden Einsatz gezeigt habe.
Dritter Roswitha-Ring für Nadine Kühn
Auch der Roswitha-Ring der Stadt Bad Gandersheim ist vergeben. Erstmals in der Geschichte der Domfestspiele erhielt eine Schauspielerin den Preis zum dritten Mal: Nadine Kühn, die in diesem Sommer die Titelrolle der Heiratsvermittlerin Dolly Levi in „Hello, Dolly“ und die Augustine in „Die acht Frauen“ spielte. Bürgermeister Niklas Kielhorn überreichte den Ring.
Der Roswitha-Ring erinnert an die Dichterin Roswitha von Gandersheim und wird seit 1975 verliehen, seit 1998 als Publikumspreis. Die Zuschauerinnen und Zuschauer konnten online unter den zwölf weiblichen Ensemblemitgliedern abstimmen. Kühn hatte bereits 2024 und 2025 Auszeichnungen erhalten, einen Ring und einen Armreif. Sie stand in diesem Jahr zum vierten Mal in Bad Gandersheim auf der Bühne.
Gala-Erlös geht nach Northeim
Mit der Benefizgala „Domspitzen“ verabschiedete sich das Ensemble von seinem Publikum. Der Erlös aus Eintritt und Spenden fließt zur Hälfte in die Theaterpädagogik der Domfestspiele. Die andere Hälfte teilt das Ensemble zwischen dem Kinderschutzbund Northeim und der Northeimer Außenstelle des Weißen Rings, wie Lenz am Ende der Gala ankündigte.
Die Theaterpädagogik ist auch außerhalb der Festspielzeit unterwegs. Seit September 2025 nahmen nach Angaben des Theaters 1.255 Kinder, Jugendliche und Erwachsene an 27 Projekten, Workshops und Veranstaltungen teil. Theaterpädagoge Lukas Keller war dafür unter anderem in Dassel, Einbeck, Northeim, Osterode am Harz und Kalefeld/Echte zu Gast. Für November ist ein Live-Hörspiel „Sherlock Holmes – Der Hund von Baskerville“ geplant, mit Aufführungen am 20. und 22. November.
Die 68. Spielzeit soll vom 13. Juni bis 15. August 2027 dauern. Den Spielplan wollen die Domfestspiele vor dem Start des Vorverkaufs bekanntgeben.
Bildquellen
- Hinweisschild Harzhorn: Dewi König
- Beschädigte Stempelstelle im Solling: Solling-Vogler-Region e. V. (via Stadt Uslar)
- Fachplanung an einer Fachwerkwand (Fachwerk5Eck): Stefan Sobotta/Fachwerk5Eck
- gandersheim-stiftskirche-festspieltribuene: Sipalius
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