Rund um das Hainberg-Gymnasium in der Göttinger Oststadt sollten am Montag, 5. Oktober, die Sondierungen beginnen. Im Bereich der Lohbergstraße und des Gärtner-Hesse-Wegs wird an verschiedenen Stellen geprüft, ob im Erdreich Strom- und Kommunikationsleitungen liegen. Es sind die ersten Arbeiten vor Ort für den Neubau der Schule, wie die Stadt Göttingen am Freitag, 2. Oktober, mitgeteilt hat.
Nach Kampfmitteln wird dabei nicht gesucht. Das Gelände sei bereits im Vorfeld vom Kampfmittelbeseitigungsdienst überprüft worden, eine Sondierung wegen vermuteter Kampfmittel sei nicht erforderlich, so die Stadt.
Sperrungen bis 23. Oktober
Für die Sondierung ist ein Teil der Lohbergstraße gesperrt, in der Lohbergstraße und am Hainholzplatz gelten Halteverbote. Der Gärtner-Hesse-Weg ist für den Fuß- und Radverkehr gesperrt. Die Einschränkungen gelten nach Angaben der Stadt bis voraussichtlich Freitag, 23. Oktober.
Ab Januar 2027 soll die Baustelle für den Neubau eingerichtet werden. Dann wird das Dreieck zwischen Kleperweg, Gärtner-Hesse-Weg und der ehemaligen Lohbergstraße auf dem Schulgelände mit einem Bauzaun abgetrennt. Der Weg wird Teil der Baustelle und bleibt für die gesamte Bauzeit gesperrt.
Anfang Februar sollen Bäume und Sträucher auf dem Baufeld entfernt werden. Gleichzeitig werden die Beläge der Sportanlagen entfernt, außerdem sind archäologische Untersuchungen vorgesehen. Danach beginnt der Aushub der Baugrube.
Neubau auf dem Sportplatz
Der Neubau entsteht auf dem bisherigen Sportplatz im nordöstlichen Teil des Schulgrundstücks. Notwendig wird er, weil der viergeschossige Oberstufentrakt nach Angaben der Stadt nicht wirtschaftlich saniert werden kann und abgerissen werden muss. Das neue Gebäude soll rund 5.800 Quadratmeter Bruttogrundfläche haben, auf drei Etagen Lernräume bieten und im Untergeschoss eine Mensa mit Außenbereich.
Nach Darstellung der Stadt wurden zuvor verschiedene Varianten abgewogen. Für die gewählte spreche unter anderem, dass der Neubau direkt neben dem Bestandsgebäude errichtet und der Schulbetrieb während der Bauzeit aufrechterhalten werden kann. Berücksichtigt wurden auch Artenschutz- und Lärmgutachten sowie eine Umweltstudie.
Fertig sein soll der Neubau nach dem jetzigen Planungsstand im vierten Quartal 2029. Erst dann sollen der alte Fachklassentrakt abgerissen und das Sportfeld neu angelegt werden – nach früheren Angaben der Stadt auf rund 4.000 Quadratmetern und mit gleicher Funktion wie bisher.
Entwurf aus einem Wettbewerb mit 15 Beiträgen
Der Entwurf stammt aus einem Architekturwettbewerb im Jahr 2024. Das Preisgericht wählte aus 15 Beiträgen den Vorschlag des Kasseler Büros „pape + pape architekten“ mit „GTL Landschaftsarchitektur“. Von Juni bis Juli 2026 lag der Entwurf des Bebauungsplans öffentlich aus. Damals hatte die Stadt einen möglichen Baubeginn im ersten Quartal 2027 genannt.
Abgeschlossen ist das Verfahren noch nicht. Nach Angaben der Stadt läuft das Baugenehmigungsverfahren, der finalisierte Bebauungsplan liegt dem Bauausschuss und dem Rat zum Beschluss vor. Die Anwohner wurden per Hauswurfsendung informiert und sollen vor Einrichtung der Großbaustelle genauere Informationen erhalten.
Bildquellen
- Garderobe in einer städtischen Kita: Christoph Mischke/Stadt Göttingen
- Alte Mensa in Göttingen: Dguendel
- Visualisierung eines dreigeschossigen hellen Schulgebäudes mit großen Glasfronten und Bäumen davor: pape + pape architekten (veröffentlicht von der Stadt Göttingen)
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