Am Göttinger Waageplatz haben die eigentlichen Bauarbeiten für die Umgestaltung begonnen. Nach Vorarbeiten für die Starkregenvorsorge soll der Umbau nach Angaben der Stadt Göttingen etwa ein Jahr dauern. Ab Herbst 2027 sollen die Göttingerinnen und Göttinger den neuen Platz nutzen können.
„Wenn wir Orte umgestalten, sie klarer strukturieren, ihre Aufenthaltsqualität stärken und ihnen eine eindeutige Funktion geben, verändert sich auch schrittweise die Nutzung – und damit das Lebensgefühl im gesamten Quartier“, sagte Stadtbaurat Fritjof Look beim Spatenstich.
Schatten, Grün und ein Trinkbrunnen
Der Entwurf stammt vom Büro Querfeldeins aus Dresden, das 2023 den freiraumplanerischen Wettbewerb gewonnen hat. Der Platz soll Zonen zum Verweilen, für Spiel und Begegnung bekommen. Zum Leinekanal hin wird er offener gestaltet als bisher, mit Möglichkeiten für Spiel und Bewegung und mit Sitzplätzen, von denen aus man aufs Wasser blickt.
Auch auf die Folgen des Klimawandels ist die Planung ausgerichtet. Bäume und schattenspendende Gestaltungselemente sollen dazu einladen, auch bei Sonne und höheren Temperaturen auf dem Platz zu bleiben. Ein Trinkbrunnen ist vorgesehen. Grünflächen mit an das Klima angepassten Bäumen, Stauden und anderen Pflanzen sollen den neuen Platz gliedern. Versickerungsmulden sollen Regenwasser sammeln und das Mikroklima verbessern.
Treffpunkt und Durchgangsort
Auf ihrer Projektseite beschreibt die Stadt den Waageplatz als beliebten Treffpunkt, auf dem regelmäßig kleinere Veranstaltungen wie das Weinfest oder die Nacht der Kultur stattfinden. Viele Passantinnen und Passanten queren ihn auf dem Weg zum Bahnhof, in die Innenstadt und zu Einrichtungen der Universität. Diese Funktionen sollen erhalten bleiben.
Mit dem Umbau will die Stadt zugleich Probleme angehen, die sie selbst benennt: mangelnde Aufenthaltsqualität, fehlende Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten und daraus entstehende Konflikte zwischen unterschiedlichen Nutzergruppen. Bürgerinnen und Bürger konnten sich vor und während des Planungswettbewerbs mit Ideen und Anregungen beteiligen. Außerdem wurde das Vorhaben in den Sitzungen des Sanierungsbeirats Nördliche Innenstadt mit Vertretern der Ratspolitik, Anwohnenden, Gewerbetreibenden und weiteren Interessengruppen besprochen.
Förderung aus „Sozialer Zusammenhalt“
Der Umbau ist eines der größten Vorhaben im Sanierungsgebiet Nördliche Innenstadt. Über das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ stellen Bund und Land etwa 835.000 Euro allein für den Waageplatz bereit. Die Gesamtkosten der Umgestaltung belaufen sich für die Stadt auf rund 1,25 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft und die BEKOS GmbH & Co. KG beteiligen sich als direkte Anliegerinnen an der Fortführung der Umgestaltung auf ihrem Grund.
Weitere Informationen hat die Stadt auf ihrer Seite zum Waageplatz zusammengestellt.
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