Kreistag Northeim: 14 von 50 Abgeordneten sind Frauen

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Nach der Kommunalwahl sind im Kreistag Northeim 14 von 50 Abgeordneten Frauen, das sind 28 Prozent. Darauf weist der Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Northeim in einer vom Landkreis veröffentlichten Mitteilung hin. Er fordert einen Kurswechsel hin zu echter Parität.

Bad Gandersheim und Hardegsen im Vergleich

Auch in den Stadt- und Gemeinderäten des Landkreises liegt der Frauenanteil laut Arbeitskreis im Durchschnitt bei 28 Prozent. Positiv hebt er Bad Gandersheim hervor: Dort sind neun von 22 Ratsmitgliedern Frauen, das entspricht 41 Prozent. Schlusslicht ist demnach die Stadt Hardegsen, wo es künftig 20 Männer und drei Frauen im Rat geben wird.

Bei den Hauptverwaltungsbeamtinnen und -beamten sieht es laut Arbeitskreis ähnlich aus. Zählt man die Ebene des Landrats mit, wurden auf zwölf Posten drei Frauen gewählt, das sind 25 Prozent.

Über den Landkreis hinaus verweist der Arbeitskreis darauf, dass künftig sieben von 36 Landkreisen von einer Frau geführt werden und auch die Region Hannover erstmals eine Frau an der Spitze hat. Über 80 Prozent der Spitzenpositionen seien damit von Männern besetzt. In Niedersachsen liege der Frauenanteil in den Kommunalparlamenten seit Jahren deutlich unter einem Drittel.

Forderung nach Mentoring und Schutz vor Hass

„Diese Zahlen sind kein Naturgesetz, sie sind das Ergebnis von Strukturen, die Frauen systematisch aus der Politik fernhalten oder ihnen den Weg erschweren“, sagt Julia Kögler, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Northeim. Nötig seien parteiübergreifend klare Maßnahmen, von der Listenaufstellung über familienfreundliche Sitzungszeiten bis zu einer politischen Kultur, die Sexismus und Abwertung klar benenne und beende.

Die geringe Zahl von Frauen hat nach Einschätzung des Arbeitskreises konkrete Folgen: Themen wie Care-Arbeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen fänden eher Gehör, wenn Frauen an den Tischen säßen, an denen entschieden werde.

Als Schritte nennt der Arbeitskreis unter anderem die aktive Ansprache von Frauen für Kandidaturen, Mentoringprogramme, die konsequente Bekämpfung von Hass, Sexismus und digitaler Gewalt gegen politisch aktive Frauen sowie verbindliche gleichstellungspolitische Zielvorgaben auf Kreis- und Gemeindeebene. Parteien und Verwaltungen im Landkreis ruft er auf, die Ergebnisse dieser Kommunalwahl als Auftrag zu verstehen.

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