Neuer Wald für den Harz: symbolischer Start im Forstamt Lauterberg

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Rund 30.000 Hektar Wald im Harz sind seit 2018 durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer schwer geschädigt worden. Auf dieser Fläche soll in den kommenden zehn Jahren ein neuer, anderer Wald wachsen. Den symbolischen Startschuss für das Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm Harz gaben Ministerpräsident Olaf Lies, Forstministerin Miriam Staudte und Umweltminister Christian Meyer am Mittwoch, 21. Oktober, im Forstamt Lauterberg: Sie pflanzten dort nach Angaben des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums gemeinsam mit den Niedersächsischen Landesforsten junge Eichen. Mit der Umsetzung des Programms wurde laut Ministerium bereits begonnen.

Den Bereich Lauterberg, vor allem rund um Braunlage, zählt das Ministerium zu den am stärksten geschädigten im Harz. An welcher Stelle genau die ersten Eichen stehen, nennt die Mitteilung nicht.

130 Millionen Euro, gut 4.300 Euro pro Hektar

Das Land rechnet nach der Mitteilung des Ministeriums mit Kosten von rund 130 Millionen Euro über zehn Jahre. Umgerechnet auf die geschädigte Fläche sind das gut 4.300 Euro je Hektar. Rund 117 Millionen Euro stammen aus zweckgebundenen Rücklagen der Landesforsten und aus dem Teil Land- und Forstwirtschaft des Sondervermögens „Wirtschaftsförderfonds“ des Landes. Woher die übrigen rund 13 Millionen Euro kommen sollen, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Das Ministerium betont selbst, dass die Summe eine Schätzung ist. Wie teuer es am Ende wird, hängt davon ab, wie sich der Wald entwickelt, wie gut sich auf den Schadflächen von selbst junge Bäume ansiedeln und wie viel Pflege danach nötig ist.

Weniger Fichte, mehr Laubholz

Der neue Harzwald soll anders aussehen als der alte. In einer ersten Phase setzen die Förster auf trockenheitsverträgliche Laub- und Nadelbäume, darunter viele Pionier- und Lichtbaumarten. Mittel- bis langfristig sollen Buche, Bergahorn, Lärche, Tanne und Douglasie den Wald prägen. Mindestens zwei Drittel der Bestände sollen Laubbäume sein. Die Fichte bleibt in kleineren Anteilen erhalten, als Struktur- und Wirtschaftsbaumart. Das Programm kombiniert Naturverjüngung, also Bäume, die sich selbst aussäen, mit der Pflanzung klimaangepasster Arten.

Grundlage ist das Waldprogramm LÖWE+ der Landesforsten, die landesweit rund 335.000 Hektar Staatswald bewirtschaften und rund 1.350 Menschen beschäftigen. Ministerpräsident Olaf Lies sagte beim Start: „Heute setzen wir die ersten Bäume in die Erde, aber eigentlich pflanzen wir Zukunft.“

Was offen bleibt

Wie viele Bäume in den nächsten Jahren gepflanzt werden sollen und wie sich die Arbeiten auf die einzelnen Forstämter verteilen, nennt die Mitteilung nicht. Auch eine eigene Zahl für die Schadfläche im Forstamt Lauterberg fehlt.

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