700 Menschen protestieren gegen Kundgebung von Abtreibungsgegnern in Göttingen

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Etwa 20 Teilnehmer bei der Kundgebung, rund 700 beim Gegenprotest: So beziffert die Polizeiinspektion Göttingen das Kräfteverhältnis vom Mittwochnachmittag, 21. Oktober, in der Göttinger Innenstadt. Auf dem Marktplatz hatten Abtreibungsgegner zu einer Kundgebung aufgerufen. Mehrere Gruppen riefen daraufhin zum Gegenprotest auf, an verschiedenen Orten der Innenstadt gab es Gegenversammlungen.

Nach Polizeiangaben kamen die Abtreibungsgegner aus dem Umfeld der Organisation „Tradition, Familie und Privateigentum“ (TFP). Ab etwa 16.15 Uhr äußerten sie auf dem Marktplatz mit Gebeten und Redebeiträgen ihre Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen. Die Gegendemonstranten machten ihren Protest lautstark deutlich.

Absperrungen zwischen den Lagern

Die Polizei hatte sich nach eigener Darstellung auf Konflikte eingestellt, auch wegen eines ähnlichen Einsatzes am 15. August. Sie trennte die Gruppen mit Absperrungen und setzte Konfliktmanagement-Teams ein. Vereinzelt flogen kleinere Gegenstände in Richtung der Kundgebung. Die Beamten forderten die Werfer mehrfach per Lautsprecher auf, damit aufzuhören. Größere Störungen oder gewalttätige Auseinandersetzungen gab es laut Polizei nicht.

Gegen 18.30 Uhr beendeten die Abtreibungsgegner ihre Kundgebung und verließen den Marktplatz unter Polizeibegleitung, ohne auf Gegendemonstranten zu treffen. „Es war laut, aber durchaus friedlich“, bilanzierte Einsatzleiter Dr. Luis-Miguel Herrmann.

Zwei Ermittlungsverfahren hat die Polizei eingeleitet. Es geht um den Verdacht, Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet zu haben, und um Körperverletzung. Wer daran beteiligt gewesen sein soll und auf welcher Seite, teilte die Polizei nicht mit. Die Ermittlungen dauern an.

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