Göttinger Marktplatz: Gegenprotest drängt gegen Polizeikette, zwölf Beamte verletzt

2 Min. Lesezeit.

Rund 200 Mal haben Polizeikräfte am Samstagabend, 15. August, in der Göttinger Innenstadt unmittelbaren Zwang angewendet. Sie schoben Menschen zurück, setzten körperliche Gewalt und Pfefferspray ein. Ziel war nach Angaben der Polizeiinspektion Göttingen, ein Aufeinandertreffen zweier Gruppen zu verhindern. Zwölf Polizistinnen und Polizisten erlitten dabei Reizstoffverletzungen.

Auf dem Marktplatz hatte von etwa 15.30 bis 18 Uhr eine angemeldete Versammlung unter dem Motto „Öffentlicher Rosenkranz gegen Abtreibung“ stattgefunden. Rund 20 Teilnehmende beteten und hielten Reden gegen Schwangerschaftsabbrüche. Ein Teil von ihnen war nach Polizeiangaben von außerhalb angereist. Die Versammlung selbst blieb bis zum Ende friedlich.

Störungen von Beginn an

In der Nähe bildete sich ein spontaner Gegenprotest. Von Anfang an habe es von dort Zwischenrufe und laute Musik gegeben, die Stimmung sei zunehmend angespannt gewesen, schildert die Polizei. Die ersten Kräfte vor Ort zogen deshalb eine Polizeikette zwischen beiden Gruppen.

Als die Versammlungsteilnehmer nach dem Ende unter Polizeibegleitung zu ihren Autos gingen, setzten sich Personen aus dem Gegenprotest in Bewegung. Wie viele es waren, steht laut Polizei noch nicht fest. Sie sollen versucht haben, die Kette zu durchbrechen, und dabei erheblichen Druck ausgeübt sowie Gewalt gegen Einsatzkräfte angewendet haben. Die Polizei hielt die Gruppen getrennt.

Viele Fragen noch offen

Ob es unter den Teilnehmenden beider Seiten Verletzte gab, wusste die Polizei am Samstagabend nicht. Mehrere Rettungswagen waren im Einsatz. Die Ermittler rekonstruieren nun den Ablauf und prüfen mögliche Straftaten und die Rolle einzelner Personen. Zur Zahl der Beteiligten und Verletzten sowie zu Strafverfahren könne man noch nichts Abschließendes sagen. Die Polizei hat einen weiteren Bericht angekündigt.

Bildquellen

  • Polizist: Symbolbild – Foto: Shutterstock
  • Polizeibeamte: Symbolbild – Foto: iStock
  • Blaulicht eines Streifenwagens: Symbolbild – Foto: iStock

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