Wer auf der A 7 zwischen Göttingen und der hessischen Landesgrenze einen Messanhänger am Rand stehen sieht, vermutet oft den Landkreis dahinter. Das stimmt nur halb. Die sogenannten Enforcement-Trailer, auch „Alice“ genannt, stellen der Landkreis und neuerdings auch die Stadt Göttingen. Messen darf auf der Autobahn aber nur die Polizei, erläutert die Autobahnpolizei Göttingen.
Die Autobahn GmbH des Bundes erlaubt Kommunen und Landkreisen grundsätzlich nicht, auf der Autobahn eigene Messungen vorzunehmen. Die Autobahnpolizei arbeitet deshalb mit Landkreis und Stadt zusammen: Sie wählt die Messstellen nach dem aktuellen Unfallgeschehen aus, geschulte Beamte bauen die Technik auf und ab und führen die Messungen durch. Landkreis und Stadt liefern die Geräte und sorgen für Strom. Ausgewertet wird in den Bußgeldstellen. Hinzu kommen die festen Anlagen am Laubacher Berg bei Hann. Münden und im Autobahndreieck Drammetal.
Lkw mit 126 statt 80
Pro Einsatzwoche registriert die Polizei nach eigenen Angaben regelmäßig rund 3.000 zu schnelle Fahrzeuge. Ein großer Teil davon sind Lastwagen im gewerblichen Güterverkehr. Der schnellste schwere Lkw fuhr zuletzt 126 km/h, erlaubt waren 80. Bei Autos lagen die Spitzenwerte bei 200 km/h und mehr, wo 100 erlaubt waren.
Im ersten Halbjahr 2026 kamen so 16.175 Geschwindigkeitsverstöße zusammen. In 655 Fällen droht ein Fahrverbot.
Tempolimits auf Autobahnen richten sich nach dem Unfallgeschehen auf dem jeweiligen Abschnitt, etwa wegen Nässe, schlechter Sicht durch die Topografie oder starker Steigungen und Gefälle. Ohne Kontrollen bleiben sie nach Einschätzung der Polizeiinspektion Göttingen häufig wirkungslos.
Bildquellen
- Neues Rathaus Göttingen: Mehle/Stadt Göttingen
- Vorstellung der automatischen Fahrgastzählung im VSN: Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (VSN)
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