Wer die Sonderausstellung über den Bildhauer Gustav Eberlein im Städtischen Museum Hann. Münden noch sehen möchte, hat dazu bis Sonntag, 1. November 2026, Gelegenheit. Bis dahin ist das Museum von 11 bis 16 Uhr geöffnet, teilt die Stadt Hann. Münden mit. Danach beginnt die Winterpause, die bis Ostern 2027 andauern soll.
Auch in der letzten Stunde der Öffnungszeit, ab 15 Uhr, besteht laut Stadt die Gelegenheit, die Ausstellung „mit kleinen Anekdoten, etwas Augenzwinkern und einer Prise Wehmut“ zu verabschieden. Danach geht es für einige der Werke wieder ins Depot. Dazu laden Museumsleiter Stefan Schäfer und die Mitglieder der Arbeitsgruppe der Gustav-Eberlein-Forschung ein.
Werke, die lange nicht zu sehen waren
Unter dem Titel „Aus eines Bildners Seelenleben“ zeigt das Museum lange nicht mehr gezeigte Werke des Künstlers, der 1926 – vor hundert Jahren – in Berlin starb. Den Titel teilt die Ausstellung mit einem 1893 erschienenen Buch, in dem sich Eberlein nicht nur als Bildhauer, sondern auch als Maler und Poet darstellte. Es steht nach Angaben der Stadt am Anfang einer Karriere, die ihn zu einem der gefragtesten Bildhauer Deutschlands werden ließ.
Eröffnet worden war die Ausstellung am 12. April. Eberlein wurde in Spiekershausen geboren und schuf unter anderem das neun Meter hohe Goethe-Denkmal im Garten der Villa Borghese in Rom. Auch das Museum selbst geht zu einem großen Teil auf ihn zurück: Er wollte seine Entwürfe in einem Eberlein- und Heimatmuseum erhalten, das 1898 im Welfenschloss eröffnet wurde, wie die Stadt im April bei der Ankündigung der Ausstellung mitteilte.
Hunderte Werke zerschlagen
Möglich wurde die Ausstellung laut Stadt durch den Verein Gustav-Eberlein-Forschung, dessen Mitglieder seit 1982 an der Rettung und Würdigung des Werks arbeiten. Mit dem Niedergang des Kaiserreichs, der schon vor Eberleins Tod begann, sei eine radikale Erneuerung des Kunstbegriffs einhergegangen. Das habe unter anderem dazu geführt, dass bis etwa 1960 Hunderte Werke Eberleins im Museum ausgesondert, beseitigt und letztlich zerschlagen wurden. Die meisten der jetzt ausgestellten Werke konnten restauriert werden.
Bildquellen
- Eisenbahnbrücke Im Schulzenrode, Hann. Münden: Stadt Hann. Münden
- Fachplanung an einer Fachwerkwand (Fachwerk5Eck): Stefan Sobotta/Fachwerk5Eck
- Welfenschloss in Hann. Münden: Krzysztof Golik / Wikimedia Commons
- welfenschloss-hann-muenden-werra: Illustratedjc
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