Museum Friedland: Erweiterungsbau gewinnt Staatspreis für Architektur 2026

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Der Erweiterungsbau des Museums Friedland hat den Niedersächsischen Staatspreis für Architektur 2026 gewonnen.

Bauminister Grant Hendrik Tonne überreichte die Auszeichnung am Donnerstag, 5. November 2026, im Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover an das Berliner Büro dichter Architekturgesellschaft und an das Staatliche Baumanagement Südniedersachsen in Göttingen als Bauherrn, wie die Architektenkammer Niedersachsen mitteilt. Der Staatspreis ist nach Angaben der Kammer die höchste Architekturauszeichnung des Landes und wird vom Land gemeinsam mit der Architektenkammer vergeben.

Staatspreis für Architektur 2026
PreisträgerMuseum Friedland, 2. BauabschnittArchitektendichter Architekturgesellschaft mbH, Berlin (Raoul Kunz, Nikolaus Steinke)BauherrStaatliches Baumanagement Südniedersachsen, GöttingenBauleitungonp-Schwieger GmbH, GöttingenFertigstellung27. Januar 2026Bewerbungen100, davon zehn in der engeren WahlVerleihungDonnerstag, 5. November 2026, Niedersächsisches Landesmuseum Hannover

Jury: Neubau wie ein langgestreckter Bahnschuppen

Die Jury unter Leitung der Berliner Architektin Minka Kersten ermittelte den Preisträger aus 100 Bewerbungen, in zwei Sitzungen und einer Exkursion. Der Neubau füge sich wie ein langgestreckter Bahnschuppen zwischen das historische Bahnhofsgebäude und das Grenzdurchgangslager entlang der Gleise ein und werde so selbst zur „architektonischen Metapher des Ankommens“, heißt es in der Begründung. Gelobt werden das gefaltete Dach, die Ziegelfassade und das offene Erdgeschoss.

„Das Museum Friedland ist weit mehr als ein Ort der Erinnerung. Es macht die Geschichte von Flucht, Migration und Ankommen sichtbar und schafft mit seiner Erweiterung einen lebendigen Ort der Begegnung, des Austauschs und der Auseinandersetzung mit gesellschaftlich hochaktuellen Fragen.“Grant Hendrik Tonne, Niedersächsischer Bauminister

Kammerpräsident Robert Marlow sagte: „Der Staatspreis ist nicht nur eine Anerkennung für herausragende Architektur, sondern auch ein Aufruf an uns alle, die Erinnerungskultur aktiv mitzugestalten.“

Vier weitere Projekte nominiert

Neben dem Museum Friedland waren vier Projekte aus der engeren Wahl von zehn nominiert: die Erweiterung der Lutherschule in Hannover, das Kant Museum im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg, der temporäre Architekturpavillon „Hoch!“ der Stadt Braunschweig und das Theater im Malsaal in Hildesheim. Die Ergebnisse erscheinen laut Kammer in einer Dokumentation und werden in einer Wanderausstellung an mehreren Orten in Niedersachsen gezeigt.

Wie berichtet, hatte das Museum die Eröffnung des Erweiterungsbaus und der neuen Dauerausstellung im Oktober verschoben. Das Museum Friedland ist nach eigenen Angaben Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt in die Dauerausstellung kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro.

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