Der übliche Schub im Herbst fällt erneut schwach aus. Im September waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Göttingen, der die Landkreise Göttingen und Northeim umfasst, 15.750 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 319 weniger als im August und 198 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank leicht von 6,6 auf 6,5 Prozent und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres.
Die Herbstbelebung falle in Südniedersachsen erneut schwächer aus als im Durchschnitt der vergangenen Jahre, teilt die Agentur für Arbeit Göttingen mit. Agenturchefin Klaudia Silbermann sieht keine Trendwende. Eine echte Herbstbelebung stehe auch in diesem Jahr bislang aus, sagt sie.
Göttingen sinkt, Northeim steigt
Die beiden Landkreise entwickeln sich auseinander. Im Landkreis Göttingen waren 10.882 Menschen arbeitslos, 416 weniger als im September 2025. Die Quote ging von 6,5 auf 6,3 Prozent zurück. Im Landkreis Northeim zählte die Agentur 4.868 Arbeitslose. Das sind 218 mehr als vor einem Jahr, die Quote stieg von 6,6 auf 6,9 Prozent.
Auffällig ist die Verschiebung zwischen den Rechtskreisen. In der Arbeitslosenversicherung, für die die Agentur zuständig ist, waren 5.631 Menschen gemeldet, 204 mehr als vor einem Jahr. Bei den Jobcentern in der Grundsicherung waren es 10.119, ein Rückgang um 402. Am steigenden Anteil der Arbeitslosenversicherung, inzwischen 35,8 Prozent, zeigt sich nach Lesart der Agentur seit Monaten die angespannte wirtschaftliche Lage.
Industrie verliert Arbeitsplätze
Besonders betroffen ist nach Silbermanns Worten die Industrie. Nach Daten aus dem ersten Quartal 2026 gingen in der Region binnen eines Jahres knapp 1.100 Industriearbeitsplätze verloren, im Jahr davor sei der Rückgang doppelt so hoch gewesen. Beschäftigung aufgebaut haben dagegen Gesundheit und Soziales, Erziehung und Unterricht, öffentliche Arbeitgeber und wissenschaftlich-technische Dienstleister. Insgesamt zählte die Agentur im ersten Quartal 178.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 0,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Bei den Jüngeren entspannte sich die Lage mit dem Start von Ausbildung, Freiwilligendiensten und Schuljahr. 1.693 Menschen unter 25 Jahren waren arbeitslos, 119 weniger als im August.
Arbeitgeber meldeten im September 919 neue Stellen, knapp 18 Prozent mehr als vor einem Jahr. Insgesamt waren 3.659 offene Stellen gemeldet, gut sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Den größten Bedarf haben Zeitarbeit, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Dienstleister. Mehr als 80 Prozent der Angebote richten sich an Fachkräfte, Spezialisten und Experten.
Bildquellen
- Gedenkstein für die jüdischen Bürgerinnen und Bürger Northeims am Entenmarkt: Nostoned / Wikimedia Commons
- Fachplanung an einer Fachwerkwand (Fachwerk5Eck): Stefan Sobotta/Fachwerk5Eck
- Alkoholtest: Symbolbild – Foto: iStock
- Agentur für Arbeit Göttingen: Reise Reise
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