Fast 7.500 Notarzteinsätze zwischen 2024 und 2026, rund 3.000 davon in der Nacht: Mit diesen Zahlen begründet der Rat der Stadt Osterode am Harz seine Forderung, die notärztliche Versorgung an den Standorten Osterode am Harz und Barbis dauerhaft rund um die Uhr zu sichern. Der Rat hat dazu eine Resolution beschlossen, teilt die Stadt mit.
Nach Angaben der Stadt entfielen etwa 52,7 Prozent der Einsätze auf den Bereich Barbis, die übrigen auf den Standort Osterode am Harz. Die nächtlichen Kapazitäten seien damit keine bloße Reserve, sondern würden in erheblichem Umfang gebraucht, argumentiert der Rat.
Warum der Rat auf zwei Standorte pocht
Der Rat begrüßt, dass eine Einschränkung an beiden Standorten derzeit nicht geplant ist, und führt das auf politischen Druck zurück. Die Versorgung dürfe aber nicht erneut zur Debatte gestellt werden. Als Gründe nennt die Resolution die ländliche Struktur, lange Wege sowie Topografie und Witterung im Harz. Ein weiter entfernt stationierter Notarzt könne einen Arzt vor Ort nicht vollständig ersetzen, die Luftrettung stehe nachts oder bei schlechtem Wetter nicht immer zur Verfügung.
Seit der Notarztstandort in Clausthal-Zellerfeld weggefallen ist, deckt der Standort Osterode nach Darstellung der Stadt auch Teile des Oberharzes im Landkreis Goslar mit ab.
Bürgermeister Jens Augat sagte: „Die notärztliche Versorgung ist ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge.“ Der Rat fordert, beide Standorte als vollwertige 24-Stunden-Standorte zu erhalten und sie verbindlich in die künftige Bedarfsplanung aufzunehmen. Dabei sollen Anfahrtszeiten, Paralleleinsätze, Topografie, die demografische Entwicklung und die kreisübergreifende Versorgung berücksichtigt werden.
Bildquellen
- Neuer Behindertenbeauftragter Osterode: Stadt Osterode am Harz
- Orangefarbene Bank vor dem ALOHA: WIBO – Wirtschaftsbetriebe der Stadt Osterode GmbH (via Stadt Osterode am Harz)
- Rathaus Osterode am Harz (Harzkornmagazin): Migebert
- Rettungswagen: Symbolbild – Foto: iStock
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