Göttingen: Giftnotruf 0551 19240 hilft bei Pilzvergiftung rund um die Uhr

2 Min. Lesezeit.

Wer einen giftigen Pilz gegessen haben könnte, erreicht das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen rund um die Uhr unter 0551 19240.

Auf die Nummer weist das niedersächsische Gesundheitsministerium in einer Mitteilung vom Dienstag, 3. November 2026, hin. Minister Dr. Andreas Philippi warnt darin vor einem sorglosen Umgang beim Sammeln und Verzehr heimischer Wildpilze. Anlass sind die beginnende Pilzsaison und aktuelle Vergiftungsfälle an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Dort erlitten in diesem Herbst laut Mitteilung der Hochschule bisher vier Patienten eine Pilzvergiftung. Einer starb, einer erhielt erfolgreich eine neue Leber, zwei überlebten dank eines Gegengifts.

Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung
Giftnotruf0551 19240, rund um die UhrSofortNotarzt rufen oder umgehend ins KrankenhausMitbringenReste der Pilze oder des Erbrochenen

Das Giftinformationszentrum-Nord sitzt an der Universitätsmedizin Göttingen in der Robert-Koch-Straße 40.

Erste Beschwerden ähneln einem Magen-Darm-Infekt

Der Knollenblätterpilz ist laut MHH einer der giftigsten Pilze in Deutschland. Sein Gift wirke erst mehrere Stunden nach dem Verzehr und sei dann bereits im ganzen Körper aufgenommen. Zunächst träten Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf, ähnlich einer Magen-Darm-Infektion. Nach ein bis zwei Tagen werde die Leber geschädigt, begleitet werden könne das von Störungen der Blutgerinnung und der Nierenfunktion. Philippi nennt den Grünen Knollenblätterpilz für etwa 90 Prozent aller durch Pilze hervorgerufenen tödlichen Vergiftungen verantwortlich, er habe eine hohe Ähnlichkeit mit essbaren Arten.

„In den Heimatländern der Betroffenen ist der Knollenblätterpilz weniger verbreitet. Hier in Deutschland wird aufgrund von Unkenntnis die Gefahr des Pilzesammelns oft nicht ausreichend ernst genommen“Prof. Dr. Richard Taubert, Bereichsleiter Transplantationshepatologie, MHH

Viele Betroffene stammen laut MHH aus Ländern wie Russland, der Ukraine, dem Nahen Osten und Afghanistan.

Funde vor dem Essen bestimmen lassen

Sammler sollten ihre Funde vor dem Verzehr von einer oder einem Pilzsachverständigen bestimmen lassen, rät die MHH. Pilz-Apps oder Bestimmungsbücher böten keinen verlässlichen Schutz vor Verwechslungen. Das Giftinformationszentrum-Nord rät laut MHH, vor dem Pilzesuchen Schulungen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zu besuchen.

Bei Verdacht sollte laut MHH dringend der Notarzt gerufen werden, Pilzreste und Erbrochenes sollten aufgehoben werden. Philippi rät, umgehend ein Krankenhaus aufzusuchen und Reste der Pilze oder des Erbrochenen mitzubringen.

Den Bericht zu den Fällen an der MHH lesen Sie in der Hannoverschen Rundschau.

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