246 Strafverfahren, 23 Ordnungswidrigkeitenverfahren, neun Aufenthaltsverbote: Diese Zahlen nennt die Polizeiinspektion Göttingen für die ersten drei Monate, seit sie den Waageplatz in der Innenstadt als sogenannte Kontrollörtlichkeit führt. Die Verfahren betreffen nach Polizeiangaben unter anderem Körperverletzungen, Rauschgift- und Eigentumsdelikte.
Gezählt hat die Polizei nicht nur auf dem Platz selbst. Der Bereich reicht von der Goethe-Allee und der Oberen Maschstraße über den Waageplatz und den Robert-Gernhardt-Platz bis zur Weender Straße und zum angrenzenden Wall.
Gründe für die Einstufung
Die Polizei begründet den Schritt mit ihrem Lagebild: Der Platz und die umliegenden Straßen seien seit Längerem ein Schwerpunkt bei Drogen- und Gewaltdelikten. Seit April kontrollieren deshalb verschiedene Einheiten verstärkt Personen, uniformierte Fußstreifen sind unterwegs, dazu kommen gemeinsame Kontrollen mit der Stadt Göttingen.
Gewahrsam und Erzwingungshaft
Neben den Verfahren meldet die Polizei sieben Ingewahrsamnahmen und einen dreitägigen Langzeitgewahrsam. Ein Mann wurde festgenommen, weil gegen ihn ein Erzwingungshaftbefehl über 25 Tage vorlag.
Ihr Ziel beschreibt die Polizei als langfristige Beruhigung des Platzes: Die Zahl der Einsätze soll sinken.
Die Behörde verweist zugleich auf die Belastung der vergangenen Wochen, unter anderem durch die Auseinandersetzungen zwischen Großfamilien, bei denen ein Polizist schwer verletzt wurde, und zahlreiche Versammlungen.
Bildquellen
- Alte Mensa in Göttingen: Dguendel
- Polizeibeamte: Symbolbild – Foto: iStock
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