Göttinger Studie: Neben Pappeln bringen Winterkulturen ähnlich viel Ertrag

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Betriebe können Ernteeinbußen neben Pappelreihen verringern, wenn sie je nach Alter der Bäume Winter- oder Frühjahrskulturen anbauen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam unter Leitung der Universität Göttingen, wie die Hochschule am Donnerstag, 5. November 2026, mitteilte. Die Arbeit erschien in der Fachzeitschrift Agronomy for Sustainable Development.

10 bis 35 Prozentweniger Ertrag brachten Frühjahrskulturen ab einem Baumalter von fünf Jahren im Vergleich zu Flächen ohne Bäumeunter vier MeterAbstand zu den Baumreihen: Dort waren die Ernteverluste besonders starkdreimal so viel Holzproduzierten die Pappeln jährlich nach dem zweiten Baumschnitt wie nach den ersten beiden Ernten

Wer Nutzpflanzen wie Weizen, Gerste oder Roggen entlang von Baumreihen anbaut, betreibt „Alley-Cropping“. Das kann laut Universität Ökosysteme stärken sowie Böden und Artenvielfalt schützen. Zugleich konkurrieren die Pflanzen mit den Bäumen um Wasser, Sonnenlicht und Nährstoffe.

Sechs Jahre Messungen an vier Standorten

Die Forschenden maßen über sechs Jahre an vier Standorten in Thüringen, Brandenburg und Niedersachsen die Ernteerträge in unterschiedlichen Abständen zu Pappelreihen. Die Bäume wurden als Kurzumtriebsplantage bewirtschaftet, also alle drei bis neun Jahre bis nahe an den Boden zurückgeschnitten.

Frühjahrskulturen brachten ab einem Baumalter von fünf Jahren zwischen 10 und 35 Prozent weniger Ertrag als auf Flächen ohne Bäume. Besonders stark waren die Ernteverluste bei Pflanzen, die weniger als vier Meter von den Baumreihen entfernt in deren Schatten wuchsen. Bei Winterkulturen trat dieser Effekt nicht auf: Ihre Erträge lagen über die gesamte beobachtete Wachstumsphase der Bäume von neun Jahren ähnlich hoch wie auf baumfreien Flächen.

Scheinbar widersprüchliche Beobachtungen

Forschungsleiter Prof. Dr. Edzo Veldkamp von der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie erklärt den Ausgangspunkt: Seit Jahrzehnten sei bekannt, dass Alley-Cropping Wachstum und Erträge negativ beeinflussen könne. Weiter entfernt von den Bäumen wirkten Baumreihen aber manchmal positiv, weil der Windschutz den Feuchtigkeitsverlust der Pflanzen verringere. „Wie sich diese scheinbar widersprüchlichen Beobachtungen erklären lassen, war bislang unklar“, sagt Veldkamp.

Frühjahrskulturen in den ersten drei Jahren nach dem Baumschnitt

„Unsere Studie zeigt, dass Landwirtinnen und Landwirte die negativen Auswirkungen des Baum-Schattens auf die Ernte verringern können, indem sie Frühjahrskulturen nur in den ersten drei Jahren nach dem Baumschnitt anpflanzen“, sagt Dr. Sarah Choe aus derselben Abteilung, die die Forschung im Rahmen ihrer Promotion durchführte. Winterkulturen könnten dagegen während des gesamten Wachstumszyklus der Bäume angelegt werden, weil sie weniger empfindlich auf Schatten reagierten.

Bei richtiger Auswahl der Kulturen könne die Agroforstwirtschaft produktiver sein als der Anbau auf Flächen ohne Bäume, folgert Choe. Sie verweist auf die Ergebnisse und auf die gesteigerte Holzproduktion nach der zweiten Ernte.

Die Studie „Optimizing crop types in temperate alley-cropping agroforestry depends on tree age“ ist frei zugänglich.

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