Mehrzelliges Wachstum ist bei Schmuckalgen, den nächsten lebenden Verwandten der Landpflanzen, wohl mehrfach unabhängig voneinander entstanden. Das legt eine Analyse eines Teams unter Leitung der Universität Göttingen nahe, die in der Fachzeitschrift PLOS Biology erschienen ist. Viele der Arten bestehen nur aus einer einzelnen Zelle.
Die Forschenden kombinierten neue Daten aus Stämmen mit breiter Artenvielfalt mit öffentlich zugänglichen Sequenzen. Die Analyse legt nahe, dass das mehrzellige Wachstum dieser Algen nicht durch einen einzigen evolutionären Übergang entstand, sondern parallel. Allen gemein ist, dass ihre Entwicklung wahrscheinlich aus einer einzelligen Alge hervorging.
Bauteile, die älter sind als Landpflanzen
„Einige molekulare Komponenten, die wichtige Pflanzenfunktionen steuern, haben eine weitaus längere Evolutionsgeschichte als die Landpflanzen selbst“, sagt Cäcilia Kunz von der Abteilung für Angewandte Bioinformatik der Universität Göttingen.
„Je mehr Daten wir einbeziehen, desto deutlicher wird, dass die Evolution kein einfacher Übergang von einzelligen Algen zu immer komplexeren Pflanzen war“, sagt Prof. Dr. Jan de Vries von derselben Abteilung. Verschiedene Abstammungslinien hätten über Hunderte von Millionen von Jahren mit unterschiedlichen Körperbauplänen und molekularen Lösungen experimentiert.
Die Studie deckt nur einen kleinen Teil der über 4.000 beschriebenen Arten ab. Die Originalveröffentlichung steht bei PLOS Biology.
Bildquellen
- UMG Forschungsgruppenleitungen: umg/vanessa kruse
- Aula der Universität Göttingen am Wilhelmsplatz: Tilman2007 / Wikimedia Commons
- Finger tippen im Dunkeln auf einer hinterleuchteten Laptop-Tastatur: Colin / Wikimedia Commons
- Schraubenalge Spirogyra: Cäcilia F Kunz, Tatyana Darienko, Jan de Vries
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