Göttingen: Tiermodell-Studie zu Immuntherapie bei seltenem Lymphdrüsenkrebs

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Forschende der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben untersucht, wie das Immunsystem eine seltene Form von Lymphdrüsenkrebs bekämpft. Ein internationales Team unter Leitung von Prof. Dr. Anna Lena Illert, Direktorin der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der UMG, identifizierte dabei in einem Tiermodell bestimmte Abwehrzellen, die für die Wirksamkeit einer Immuntherapie entscheidend sind. Das teilt die UMG mit, die Ergebnisse erschienen im Fachjournal „Blood“.

Untersucht wurde das ALK-positive anaplastisch-großzellige Lymphom, eine Unterform des T-Zell-Lymphoms. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie machen periphere T-Zell-Lymphome, zu denen diese Form gehört, in Europa etwa zehn bis 15 Prozent aller neu diagnostizierten Non-Hodgkin-Lymphome aus.

Im Tiermodell entscheiden die Helferzellen

In einem Tiermodell blockierten die Forschenden das Eiweiß PD-L1, das Krebszellen nutzen können, um die Immunabwehr zu hemmen. Die Therapie führte laut UMG im Tiermodell in etwa 50 Prozent der Fälle zur vollständigen Rückbildung des Lymphoms und verlängerte im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe die Überlebenszeit. Wurden die sogenannten CD4-positiven T-Zellen gezielt ausgeschaltet, blieb der Behandlungserfolg aus.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass CD4-positive T-Zellen dabei nicht nur koordinierende Helferzellen sind. Sie können offenbar auch selbst Eigenschaften entwickeln, mit denen sie Krebszellen bekämpfen, und sind für die volle Wirksamkeit der Immuntherapie entscheidend“, sagt Prof. Illert.

Anzeichen von Erschöpfung bei den Abwehrzellen

Wenn die Behandlung nicht zu einer vollständigen Rückbildung führte, zeigten die CD4-positiven T-Zellen Anzeichen einer sogenannten T-Zell-Erschöpfung. Dieser Zustand kann entstehen, wenn Immunzellen über längere Zeit durch eine Krebserkrankung aktiviert werden und zunehmend ihre Fähigkeit verlieren, wirksam gegen Tumorzellen vorzugehen.

Klinische Studie geplant

Ob die Zellen beim Menschen dieselbe Funktion wie im Tiermodell übernehmen und sich der Ansatz als wirksam und sicher erweist, muss laut UMG in klinischen Studien untersucht werden. Auf Grundlage der Ergebnisse plant das Forschungsteam eine klinische Studie mit Betroffenen.

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