Uni Göttingen: Forschungsgruppe fragt, wie viel Kontrolle wir an KI abgeben

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Eine neue Forschungsgruppe an der Universität Göttingen untersucht, wie viel Kontrolle Menschen beim Einsatz von KI behalten wollen. Der Informatiker Dr. Alireza Modirshanechi leitet die Gruppe „Kontrollsinn in natürlicher und künstlicher Intelligenz“ am Campus-Institut Data Science (CIDAS). Dort starten in diesem Herbst drei neue Forschungsgruppen zu Künstlicher Intelligenz, wie die Universität in einer Presseinformation vom Mittwoch, 28. Oktober 2026 mitteilt.

„Wenn wir KI einsetzen, lagern wir einen Teil der Entscheidungen aus, die wir früher selbst getroffen haben“, sagt Modirshanechi. „Das bedeutet, dass wir einen Teil der Kontrolle abgeben – aber wie viel?“ Viele Menschen, die KI zum Programmieren oder Schreiben genutzt hätten, kennten wahrscheinlich das Gefühl, dass sich die Dinge auf eine Weise entwickeln, die sie nicht mehr ganz als ihre eigene erkennen.

Die Gruppe wolle verstehen, wodurch dieses Gefühl entsteht, wie viel Kontrolle jeder Einzelne behalten möchte und wie sich KI-Systeme entsprechend anpassen können. Modirshanechi studierte Elektrotechnik in Teheran und wurde 2024 an der École Polytechnique Fédérale in Lausanne promoviert. Zuletzt arbeitete er als Postdoc am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik in Tübingen und bei Helmholtz Munich.

Sechs Jahre Förderung im Emmy Noether-Programm

Die zweite neue Gruppe leitet der Mathematiker Dr. Johannes Hertrich. Ihr Thema sind „Flow-basierte Generative Modelle und Optimaler Transport für Sampling und Inverse Probleme“. „Ich halte es für wichtig die mathematischen Hintergründe von generativen Modellen zu verstehen“, sagt Hertrich. „Nur so lassen sich die zugehörigen Chancen und Risiken adäquat einschätzen.“

Beide Gruppen fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Emmy Noether-Programm. Es richtet sich an Postdocs sowie befristet beschäftigte Juniorprofessorinnen und -professoren in einer frühen Phase ihrer wissenschaftlichen Karriere. Sie leiten sechs Jahre lang eigenverantwortlich eine Gruppe und können sich so für eine Hochschulprofessur qualifizieren.

Rund 1,8 Millionen Euro für Simulationen in der Teilchenphysik

Dazu kommt am CIDAS ein Projekt des Physikers Dr. Timo Janßen vom Institut für Theoretische Physik. Das Land Niedersachsen fördert es in den kommenden fünf Jahren mit rund 1,8 Millionen Euro im Programm „zukunft.niedersachsen“. Laut Universität sollen Computersimulationen hochenergetischer Teilchenkollisionen deutlich schneller werden und dabei genau bleiben.

Ansprechpartnerin am Campus-Institut Data Science in der Goldschmidtstraße 1 in Göttingen ist Dr. Isabelle Matthias, Telefon (0551) 39-21289.

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