Klingbeil besucht UMG Göttingen: Vier weitere Neubauten für 616 Millionen Euro geplant

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Auf dem Campus der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sollen bis 2032 vier weitere Gebäude entstehen: ein Lehrgebäude für das Medizinstudium, ein Diagnostik- und Forschungszentrum und zwei mehrstöckige Parkhäuser. Dafür sind nach Angaben der UMG rund 616 Millionen Euro vorgesehen. Den größten Teil, rund 480 Millionen Euro, soll das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes tragen, ergänzt durch Landesmittel.

Diesen Ausblick bekam Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil am Donnerstag, 1. Oktober, bei einem Besuch der UMG. Im Mittelpunkt standen nach Darstellung der Universitätsmedizin die laufenden und geplanten Bauvorhaben, die Erneuerung der IT und der Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung.

Hörforschung unter einem Dach

Erste Station war das Baufeld des neuen Instituts für Auditorische Neurowissenschaften (IAN). Vorstandssprecher Prof. Dr. Wolfgang Brück stellte die Planungen vor. Das Forschungsgebäude soll bis 2028 fertig sein und rund 38,3 Millionen Euro kosten. Das Geld stammt laut UMG aus dem Sondervermögen des Bundes und ist in die Bauplanung des Landes aufgenommen. Der Neubau soll die bisher auf mehrere Standorte verteilten Forschungsgruppen des Instituts zusammenführen. Im Zentrum steht die Entwicklung von Therapien mit Licht, die das Hören und künftig auch das Sehen wiederherstellen sollen. Institutsdirektor Prof. Dr. Tobias Moser gab mit seinem Team Einblicke in die Forschung.

Klinikneubau NIKO für 833 Millionen Euro

Anschließend besichtigte Klingbeil das Baufeld von NIKO. Der Name steht für Notaufnahme, Intensivmedizin, Krankenpflege und Operationszentrum. Die Baukosten beziffert die UMG auf rund 833 Millionen Euro einschließlich Risikopuffer, finanziert aus dem Sondervermögen des Landes Niedersachsen.

NIKO ist die erste von zwei Baustufen des Klinikneubaus. Die zweite ist das Eltern-Kind-Zentrum ELKI. Für beide stehen der UMG nach eigenen Angaben insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro aus dem Landes-Sondervermögen zur Verfügung. In den Gebäuden sollen mehr als 700 Betten und 37 Operationssäle untergebracht werden, fertig sein sollen beide Baustufen bis 2030. Verantwortlich ist die Baugesellschaft der UMG. Im Mai 2026 hatte die UMG gemeldet, die Tiefgründung für NIKO sei abgeschlossen, alle 657 Stahlbetonpfähle seien gesetzt.

18 Millionen Euro für IT-Sicherheit

Ein weiterer Schwerpunkt war die digitale Infrastruktur. Mehr als 18 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes fließen nach Angaben der UMG unter anderem in IT-Sicherheit, mehr Rechenzentrumskapazität und die Erneuerung des Campusnetzwerks. Klingbeil sagte laut Mitteilung, in der Universitätsmedizin Göttingen würden die Mittel für die Digitalisierung eingesetzt. „Dann bleibt mehr Zeit für das Wichtigste: die Behandlung der Patientinnen und Patienten.“

Als Beispiel für den Weg von der Forschung in die Anwendung stellte die UMG das Projekt „PathoPress“ vor. Das von einem Medizinstudenten entwickelte Gerät soll helfen, Lymphknotenmetastasen in Gewebeproben besser zu erkennen. Es wird am Institut für Pathologie erprobt und vom Institute for Biomedical Translation mit rund 1,34 Millionen Euro gefördert.

Die UMG bezeichnet sich als einzigen Maximalversorger in Südniedersachsen.

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