Borkenkäfer: Göttinger Studie findet Gene für unterschiedliches Überwintern

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Warum bringen manche Populationen des Buchdruckers nur eine Generation pro Jahr hervor, andere dagegen zwei oder sogar drei? Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Georg-August-Universität Göttingen und der Freien Universität Bozen hat die genetischen Unterschiede identifiziert, die mit dem unterschiedlichen Überwinterungsverhalten dieses Borkenkäfers zusammenhängen. Das teilt die Universität Göttingen mit. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Molecular Ecology erschienen.

Die Zahl der Generationen entscheidet

Wie zerstörerisch Borkenkäfer werden, hängt laut Universität vor allem vom sogenannten Voltinismus ab, also von der Zahl der Generationen, die innerhalb eines Jahres ausgebildet werden können. Mit statistischen Verfahren und Methoden des maschinellen Lernens entschlüsselte das Team die dafür verantwortlichen Gene. Dazu verglichen die Forschenden das Erbgut von Buchdruckern aus europäischen Populationen mit unterschiedlichen Diapause-Typen.

Frühere Laborversuche hatten gezeigt, dass Käfer in nördlichen Populationen eine Generation pro Jahr ausbilden und dann in die Winterruhe, die Diapause, gehen. In Mitteleuropa bilden sie zwei oder mehr Generationen im Jahr. Untersuchungen an Tieren aus dem Freiland bestätigten die deutlichen Unterschiede: Im Norden kommt vor allem der genetische Typ mit einer Generation pro Saison vor, in Mitteleuropa finden sich verschiedene Diapause- und Voltinismus-Typen nebeneinander.

Prognose statt Bekämpfung

Die Ergebnisse können nach Angaben der Universität helfen, das Risiko von Massenvermehrungen unter veränderten Klimabedingungen besser einzuschätzen. Die genetischen Marker könnten künftig bestehende Prognose-Modelle ergänzen. „Direkt bekämpfen lässt sich der Buchdrucker damit zwar nicht“, sagt Prof. Dr. Martin Schebeck von der Abteilung Forstentomologie der Universität Göttingen, einer der Projektleiter. „Vielmehr geht es darum, seine Populationsdynamik genauer zu verstehen und Risiken früher einschätzen zu können.“

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