Göttingen: Grundstein für das Hörforschungsinstitut der UMG gelegt

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Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat am Mittwoch, 28. Oktober 2026, den Grundstein für ihr neues Forschungsgebäude an der Robert-Koch-Straße 8 gelegt, gemeinsam mit Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs. In den Neubau zieht das Institut für Auditorische Neurowissenschaften (IAN). Dort sollen nach Angaben der UMG Grundlagen des Hörens entschlüsselt und künftige gentherapeutische Verfahren sowie Medizinprodukte entwickelt werden, die das Hören wiederherstellen.

Das Land Niedersachsen hat für den Bau rund 38,3 Millionen Euro eingeplant. Bis Ende 2028 soll das Gebäude fertiggestellt und in Betrieb genommen sein, bezogen werden kann es laut UMG 2029. Über den Besuch von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil am 1. Oktober, bei dem das Baufeld des Instituts die erste Station war, hatten wir berichtet.

Arbeitsgruppen ziehen unter ein Dach

Im neuen Gebäude werde die Expertise zur Hörforschung über drei Geschosse gebündelt, sagte UMG-Vorstandssprecher Prof. Dr. Wolfgang Brück, der im Vorstand für Forschung und Lehre zuständig ist. Arbeitsgruppen, die bislang an unterschiedlichen Standorten auf dem Göttingen Campus angesiedelt sind, würden dort künftig gemeinsam forschen. Kurze Wege und gemeinsam genutzte Laborgeräte sollten helfen, die Wiederherstellung des Hörens voranzutreiben. „Menschen weltweit werden von dieser Forschung profitieren“, so Brück.

Minister Mohrs sagte in seinem Grußwort: „Hören bedeutet Teilhabe am Leben.“ Mit dem neuen Institut stärke das Land einen Forschungsbereich, der das Leben vieler Menschen verbessern könne. Nicht erst seit der Verkündung des diesjährigen Nobelpreises für Medizin zeige die Göttinger Forschung, welches Potenzial die Optogenetik für die medizinische Versorgung habe.

Lichtimpulse statt Strom im Ohr

Eng mit dem IAN verbunden ist das Else Kröner Fresenius Zentrum für Optogenetische Therapien (EKFZ OT). Ziel ist es, optogenetische Verfahren aus der Grundlagenforschung in die therapeutische Anwendung zu überführen.

Der Schwerpunkt im Neubau liege auf dem Hören und neuen Therapieansätzen bei Schwerhörigkeit, erklärte Institutsdirektor Prof. Dr. Tobias Moser. Nachdem die Göttinger Forscher maßgeblich zur Entwicklung der ersten Gentherapie für das Ohr beigetragen hätten, stehe nun die Entwicklung des optogenetischen Cochlea-Implantats im Vordergrund. Bei dieser Technik, auch „Hören mit Licht“ genannt, stimulieren Lichtimpulse gezielt den Hörnerv. Das verspreche ein besseres Hörerlebnis als herkömmliche elektrische Cochlea-Implantate. Das Institut werde eng mit den anderen Arbeitsgruppen des EKFZ OT zusammenarbeiten, die an optogenetischen Therapien gegen Blindheit, Magenlähmung und Bewegungseinschränkungen arbeiten.

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